Digitaler Wandel: Was hat das mit mir zu tun?

Warum eigentlich Digitalisierung? Eine Definition, was sich verändert und Fragen, die sich Unternehmer stellen sollten.
Wanda Graf
Dezember 13, 2019

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Ich erinnere mich noch an das erste Büro, in dem ich gearbeitet habe. Ich war damals in der Buchhaltung meiner Familie tätig und hauptsächlich damit beschäftigt Zettel in Ordner einzusortieren oder wieder daraus hervor zu kramen, wenn sie gebraucht wurden. Auf meinem Schreibtisch waren mehrere Ablagen. Eine für noch nicht geöffnete Dokumente und Briefe, eine Ablage für Projekte in der Bearbeitung, eine für fertiggestellte Aufträge. Das Papierchaos war unbeschreiblich.

In meinem heutigen Job habe ich damit kaum noch Probleme. Die Daten die ich zum Arbeiten brauche, befinden sich in der Cloud. Wenn ich davon etwas benötige, gucke ich entweder in der Ordnerstruktur nach, oder benutze die Suchfunktion. Ich beantworte Emails direkt von meinem Handy aus und wenn wir einen Tag beim Kunden verbringen, nehme ich meine gesamte Infrastruktur ganz einfach auf dem Laptop mit.

Die heutige Gesellschaft ist geprägt von einem rasanten Wandel. Jeden Tag kommen neue Techniken auf den Markt, eine immer — vermeintlich — besser als die vorangegangene.

Mit dem neuesten Stand Schritt zu halten, ist dabei so gut wie unmöglich. Dennoch lohnt es sich nach und nach die Möglichkeiten zu erkunden, denn sie wurden erfunden, um uns das Leben einfacher zu machen. Schon Charles Darwin stellte fest:

Nicht die Stärksten überleben, sondern die, die sich am schnellsten anpassen können.

– Charles Darwin

Der allgemeine Begriff der Digitalisierung befasst sich mit der digitalen Repräsentation von analogen Informationen mit dem Ziel der Speicherung, Verteilung und Verarbeitung von Informationen. Die grundsätzlichen Vorteile der Digitalisierung der Daten besteht darin, dass sie sich flexibler und schneller verarbeiten lassen als analoge Informationen — mal ganz abgesehen von der Papiereinsparung.

Um also die Frage “Wozu brauche ich Digitalisierung’’ zu beantworten: Für alle Daten in deinem Alltag, die gespeichert, verteilt oder verarbeitet werden sollen. Der digitale Wandel zieht in alle Geschäftsbereiche ein. In diesem Zuge werden Prozesse optimiert und verändert. Unternehmen müssen sich auf die Veränderungen ständig neu einstellen und können gleichermaßen an vielen Stellen profitieren.

Was verändert sich durch den Digitalen Wandel?

Ganz allgemein gefasst, verändert sich die Struktur des Arbeitens. Arbeitsabläufe werden verändert und neu aufgesetzt. Maschinen und Software übernehmen einen großen Teil der Arbeit. Gleichzeitig fallen neue Aufgaben an, wie zum Beispiel die Wartung der Hard- und Software. Änderungen können schneller durchgeführt werden als vorher, weil Daten visualisiert und Abteilungen intelligent untereinander vernetzt werden. Mobile Geräte machen flexibles Arbeiten wie Home Office und Außentermine viel leichter.

Auch Kunden stellen neue Anforderungen an Produkte und Services. In den Fokus rücken die schnelle oder sofortige Nutzbarkeit von Produkten. Transparenz wird wichtiger. Abläufe und Transportwege — eigentlich alles, was nicht der Geheimhaltung unterliegt — sollten zurückverfolgbar sein. Darüber hinaus möchte der Kunde sich gut beraten und verstanden fühlen. Daraus ergeben sich Geschäftsmodelle, die sich hauptsächlich um den Kunden drehen. Im Mittelpunkt aller Veränderungen steht nunmehr nicht das Produkt sondern die Kundenzentrierung.

Das bringt mich zu einer zentralen Aufgabe unserer Arbeit und der unserer Kunden: Digitalisierung sollte niemals zum Selbstzweck angeschoben werden. Es geht darum einen Mehrwert für den Endnutzer zu schaffen, wobei häufig digitale Daten und Prozesse helfen können!

Dafür habe ich gleich noch zwei Beispiele aus der Versicherungswelt (eine Branche, die sich in einem sehr starken Wandel befindet) für dich parat, in denen Digitalisierung echte Nutzervorteile geschaffen hat:

1. Digitalisierung zur Katalyse von Kommunikation

Das erste Beispiel ist von der AOK Bayern, die mit der Modernisierung ihres Intranets eine kleine Kommunikationsrevolution in ihrem Unternehmen ausgelöst haben. Nach der Überarbeitung und Neueinführung des firmeneigenen Social Intranets ‘Kiwi’ verbesserte sich die Kommunikationsstruktur der Mitarbeiter gravierend. Die Angestellten können jetzt am Firmengeschehen teilhaben, kommentieren, konkrete Initiativen empfehlen und mit der Führungsriege und dem Vorstand kommunizieren. In meinen Augen ein super Beispiel, in dem eine digitale Kommunikationslösung ein Unternehmen positiv verändert hat.

2. Produktinnovation, die auf digitale Herausforderungen eingeht

Ein zweites gutes Vorbild ist die Produktneueinführung “digitaler Schutzschild” der Versicherungsgruppe Signal Iduna. Vorher nur Versicherer, hat die Signal Iduna einen Kundenwunsch im Umgang mit digitalem Arbeiten angenommen und ein Produkt für Mittelständler auf den Markt gebracht, welches eine Cyberkriminalitäts-Versicherung mit IT-Sicherheitstrainings, Sicherheitskontrollen und eine 24-h-Notfallhilfe für die Cybersicherheit kombiniert. Damit greifen sie einen wichtigen Problempunkt im Digitalen Wandel auf und verwandeln ihn in ein rundum kundenorientiertes Produkt mit Erfolgsfaktor.

Was heißt das jetzt genau für mich?

Wo bzw. wie sollst du jetzt anfangen? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man immer erstmal Fragen stellen kann und soll. Wie wäre es mit diesen:

  • Was sind die (neuen) Bedürfnisse meines Kunden?
  • Welche Prozesse können verbessert werden?
  • Welche Daten und Prozesse gibt es überhaupt?
  • Funktioniert mein Geschäftsmodell noch (in 10 Jahren)?
  • Welche Chancen bieten neue Technologien für mich?

Und im nächsten Schritt ist es wie mit allen Veränderungen: Mach dich schlau und experimentiere! Wie oben schon beschreiben, kannst du vermutlich nicht in alle Teile der Digitalisierung tief einsteigen. Such dir das raus, was am ehesten auf deine Fragen passt und fang einfach an. Lies Fallstudien zu Trends und Veränderungen. Geh auf Messen und Events, am besten mit hohem praktischen Anteil. Wir haben dafür z.B. die “Campfire on Mars” Eventreihe. Probiere zur Inspiration mal ein Computerspiel aus. Oder lerne ein neues Programm — z.B. für Prototyping — kennen. Dazu haben wir in einem früheren Artikel auch schon konkrete Ideen geteilt. Bestimmt findest du dabei eine Herangehensweise oder ein Tool, das dich in deinem Alltag weiter bringt. Oder melde dich für einen geführten “Digital Kick-off” bei uns. Wir freuen uns!

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