Stärkenorientierte
 Rollenverteilung 

Eine stärkeorientierte Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten erhöht die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen und die Effektivität des Teams. Ein Vorschlag zum Vorgehen.

Überblick

Ziel: Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf Basis von Stärken

Team: 2+ Personen

Dauer: 2-3 Stunden je nach Teamgröße

Material: Stärkentemplate, Rollensteckbriefe, Post-its & Stifte, optional: Werte- & Stärke-Karten

Geeignet für

Selbstorganiserte Teams jeder Größe, die alle Aufgaben im Team optimal aufteilen wollen

Die Methode

Die stärkenorientierte Verteilung von Rollen ist ein strukturiertes Vorgehen in drei Phasen. Dabei werden zunächst die individuellen Stärken der Teammitglieder erfasst, dann die nötigen Rollen definiert und am Ende beides übereinander gelegt. Die Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten erfolgt so nicht nur auf Basis von ggfs. notwendigen fachlichen Kompetenzen sondern insbesondere auf Basis von Stärken und damit einhergehenden Präferenzen.

Vorbereitung

Der beschrieben Prozess wird idealerweise als 2-3-stündiger Workshop (abhängig von der Teamgröße) durchgeführt. Als Vorbereitung bekommen die Teammitglieder eine Hausaufgabe. Diese beinhaltet die Durchführung eines Persönlichkeitstest (Empfehlungen siehe unten) sowie die Befragung von 3-5 Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten zu den eigenen Stärken („Was sind aus deiner Sicht meine größten Stärken?“). Alle Ergebnisse werden in einem Stärkentemplate gesammelt und in den Workshop mitgebracht. 

Der Workshop selbst kann physisch oder virtuell erfolgen. Für Team-Workshops empfehlen wir grundsätzlich Präsenztermine, aber das ist nicht zwingend erforderlich. 

Template zur Stärkenanalyse
Bild: Template zur Stärkenanalyse

Stärkenbasierte Rollenverteilung und vier Schritten


1. Individuelle Reflektion (Hausaufgabe)

Für die Hausaufgabe erhalten die Teammitglieder das Stärkentemplate. Zur Vorbereitung füllen sie die Abschnitte „Außenperspektive“ aus und machen einen standardisierten Persönlichkeitstest. Wir empfehlen hier das Signature Strenght Questionary (SSQ-72) oder das The VIA Character Strengths Survey.

2. Reflexion über Stärken und Werte

Im zweiten Schritt empfehlen wir zusätzlich eine Reflexionsübung zu Stärken und Werten. Dabei sollen die Teammitglieder die Fragen beantworten „Was kann ich gut“ und „Was ist mir wichtig“. Diese Reflexion kann einfach auf Basis der Fragen erfolgen oder alternativ mit den von uns hoch geschätzten Werte- und Stärke-Karten vom Studio Für Morgen.

Die Ergernissen der Reflexion werden zusammen mit den Ergebnissen des Persönlichkeitstest in den Abschnitt „Innenperspektive“ des Stärkentemplates übertragen.

Zu guter letzt betrachtet jede:r nun die eigenen Stärken in Innen- und Außenperspektive und wählt die maximal fünf charakteristischen Stärken (sing. Signaturstärken) für sich selbst aus. Diese werden in die Mitte des Templates geschrieben.

(Diese Reflexionsaufgabe kann auch als Hausaufgabe gegeben werden. Wir empfehlen sie als Warm-up zu Beginn des Workshops zu machen.)

Zum Abschluss der Stärkenreflexion stellt jedes Teammitglied seine fünf Signaturstärken vor und teilt sie für alle sichtbar (zB. auf einem Post-it im Raum oder auf einem virtuellen Sideboard).

3. Definition oder Review der Rollen

Im dritten Schritt werden die Stärken zunächst ignoriert und ein gemeinsamer Blick auf die Team-Rollen geworfen. Sollte es noch keine definierten Rollen geben, können an dieser Stelle auf Basis von Verantwortlichkeiten Rollen erstellt werden. Dabei gilt grundsätzlich: Jede Verantwortlichkeit braucht eine Rolle. Wobei auch mehrere Verantwortlichkeiten bzw. entsprechende Rollen kombiniert werden können.

Beispiel

Verantwortlichkeit: Es müssen regelmäßig Neuigkeiten zum Unternehmen über Social Media geteilt werden. Rolle = Social Media Marketing

Verantwortlichkeit: Monatlich muss ein Newsletter verschickt werden. Rolle = Newsletter & Mailing

Oder kombiniert: Rolle = Online Marketing und ist dafür zuständig das regelmäßig Social Media Posts geteilt werden und Mailings rausgehen.

Jede Rolle wird idealerweise mit einem kurzen Steckbrief beschrieben. Dieser Steckbrief beinhaltet mindestens: 

  • Titel der Rolle
  • Verantwortlichkeit
  • Aufgaben
  • Domains / Hoheitsbereiche (z.B: Webseite, Konto)

Um die Zuordnung besser zu erleichtern empfehlen wir außerdem zu jeder Rolle die nötigen fachspezifischen Kompetenzen sowie ideale Charakterstärken zu sammeln.

4. Zuordnung von Rollen nach Stärken

Im letzten Schritt werden die Rollen entsprechend der Stärken zugeschrieben. Hierfür schriebt jedes Teammitglied für jede Rolle auf ein Post-it auf welche Person hierfür am besten geeignet wäre (sich selbst eingeschlossen).

Am ende wird das Ergebnis für jede Rolle betrachtet und diskutiert. Wenn eine Rolle mehrere potentielle Teammitglieder hat, wird hier eine Person ausgewählt, oder die Rolle wird auf mehrere Personen aufgeteilt. 

Gleichermaßen können hier auch Rollen zusammengefasst werden, wenn sie alle von der selben Person ausgefüllt werden.

Bleibt eine Rolle unbesetzt, findet sich möglicherweise in der Diskussion jemand oder mehrere Personen, die die Verantwortlichkeiten übernehmen. Sollte niemand gefunden werden, muss im Team eine Lösung gefunden werden, wie die erforderlichen Aufgaben dennoch bewältigt werden. (Aufteilung, Vereinfachung über Vorlage, Externe Unterstützung o.ä.)

Zusammenfassung & Ausblick

Am Ende des Workshops steht ein lückenloses Set aus Rollen, die nicht nur in Bezug auf Fachkompetenzen sondern vor allem auf Basis von Stärken und Präferenzen verteilt wurden. 

Wir empfehlen die Zufriedenheit mit den eigenen Rollen jeweils in der Retrospektive aber auch in 1:1-Gesprächen abzufragen und ggfs. nachzujustieren. Außerdem ist es hilfreich, in größeren Beständen oder bei Neuzugängen ein Review  der Rollen vorzunehmen. In diesem Rahmen können Veränderungen und mögliche neue Rollen besprochen und vorgenommen werden.

Wenn du tiefer in das Thema Stärken einsteigen willst, schau gern mal in das Buch: „Character Strengths and Virtues: A Handbook and Classification“ von Seligman und Peterson.

Mit XO Projects arbeiten

Du interessierst dich für stärkenorientiertes Arbeiten in deinem Team? Wir erarbeiten stärkenorientierte Rollenprofile u.a. im Rahmen unseres Innovation Culture Programms aber auch individuell z.B. als Teil eines Team-Setups.